Marille auf der Pizza. Beim ersten Mal, als ich das jemandem erzählt hab, kam nur ein skeptisches Augenrollen. Nach dem ersten Bissen war’s kurz still am Tisch – dann kam die Gabel für ein zweites Stück.
Süß, salzig, cremig und knusprig auf einer Pizza – das ist kein Widerspruch, wenn die Balance stimmt. Genau darum geht’s bei dieser Marillenpizza.

🍑 Marillenpizza: Was drauf kommt
Ein Teigling nach meinem neapolitanischen Grundrezept (280 g, Ø 33 cm) reicht für eine Pizza. Der Rest teilt sich in zwei Runden – was vor dem Backen drauf kommt, und was erst danach.
Vor dem Backen
- 280 g Pizzateigling (neapolitanisches Grundrezept)
- 1 EL Olivenöl
- ca. 80 g Fior di Latte
- ca. 50 g Ricotta
- eine Handvoll geriebener Parmesan
- 1 Marille, in Spalten
- ca. 40 g Bauchspeck (dünn geschnitten)
Nach dem Backen
- Marillenreduktion (Rezept unten)
- 1 EL geröstete, gesalzene Pistazien, grob gehackt
- ein paar Spritzer Balsamico di Modena
Mengenangaben bei Fior di Latte, Ricotta und Speck sind Richtwerte, keine Chemie – wichtiger ist, dass am Teig noch Platz für den Rand bleibt. Weniger ist hier tatsächlich mehr.
🧴 Marillenreduktion (Thermomix)
Die Reduktion ist der Trick, der die ganze Pizza zusammenhält. Sie ergibt mehr als für eine Pizza – hält sich im Kühlschrank gut ein paar Tage, ideal für die nächsten Runden.
- 200 g Marillen, entsteint
- 20 g Zucker
- Saft einer halben Zitrone
- 1 Prise Salz
Alles in den Mixtopf, 10 Sekunden auf Stufe 5 zerkleinern. Dann 20 Minuten bei 100°C auf Linkslauf kochen lassen. Am Ende noch 20 Sekunden pürieren, bis es glatt ist, und in eine Quetschflasche umfüllen.
Marillen, Zucker, Zitronensaft und Salz in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze ca. 15–20 Minuten einkochen, dabei öfter umrühren, damit nichts anbrennt. Danach mit dem Pürierstab glatt mixen. Alternativ nimmst du einfach gute Marillenmarmelade – dann geht’s noch schneller.

🔥 Pizza belegen und backen
Teig ausbreiten, Olivenöl verteilen. Parmesan drüberstreuen, dann Fior di Latte. Ricotta in kleinen Nocken darauf tupfen, Marillenspalten dazwischen verteilen. Zum Schluss den Bauchspeck (oder Pancetta) auflegen – dann geht’s in den Ofen.

Nach dem Backen kommt der zweite Teil des Belags drauf: Die Marillenreduktion in schönen Linien über die Pizza ziehen, die gehackten Pistazien für den Crunch verteilen, und zum Schluss einen guten Balsamico di Modena drüber. Der bringt genau die Säure, die die süße Komponente braucht – ohne die Säure kippt das Ganze schnell ins Zu-süße.

Diese Kombination aus süßer Frucht und salzigem Rohschinken hab ich schon bei meiner Pizza mit Zuckermelone und Prosciutto Crudo ausprobiert – Marille funktioniert nach demselben Prinzip, nur mit mehr Säure und weniger Wassergehalt als Melone.
🔄 Die Variante: Zwetschge statt Bauchspeck
Getestet hab ich auch eine zweite Version. Gleicher Aufbau, zwei Unterschiede: Vor dem Backen kommen Zwetschgenspalten zu den Marillenspalten dazu, dafür bleibt der Bauchspeck komplett weg. Stattdessen landet nach dem Backen Prosciutto Crudo auf der Pizza – so wie die Marillenreduktion, Pistazien und der Balsamico.
Der Bauchspeck (Version 1) wird beim Backen knusprig und würzig, das Fett zieht leicht in den Teig ein. Der Prosciutto Crudo (Version 2) bleibt roh und zart, dafür kommt durch die Zwetschge eine zweite Fruchtnote dazu, etwas weniger süß als die Marille allein. Beides funktioniert – Version 1 ist deftiger, Version 2 eleganter.

Am Ende ist es Geschmackssache, keine Wertungsfrage. Ich würde beide wieder machen – je nachdem, worauf ich gerade Lust hab.
Welche Version würdest du zuerst probieren – Bauchspeck oder Prosciutto Crudo? Schreib’s in unsere PizzaLiebhaber-Österreich-Gruppe auf Facebook. Und falls du solche Ideen gern öfter siehst: Der Newsletter kommt jeden Donnerstag.
Klausi 🍕

Marillenpizza mit Bauchspeck, Ricotta & Pistazien
Ingredients
Vor dem Backen
- 280 g Pizzateigling neapolitanisches Grundrezept, Ø 33 cm
- 1 EL Olivenöl
- 80 g Fior di Latte ca.
- 50 g Ricotta ca.
- 1 Handvoll Parmesan gerieben
- 1 Stück Marille in Spalten
- 40 g Bauchspeck dünn geschnitten, ca.
Nach dem Backen
- 1 Portion Marillenreduktion siehe unten
- 1 EL Pistazien geröstet, gesalzen, grob gehackt
- 1 Spritzer Balsamico di Modena
Marillenreduktion
- 200 g Marillen entsteint
- 20 g Zucker
- 0.5 Stück Zitrone davon der Saft
- 1 Prise Salz
Instructions
- Marillen, Zucker, Zitronensaft und Salz im Thermomix 10 Sekunden auf Stufe 5 zerkleinern.
- 20 Minuten bei 100°C auf Linkslauf kochen lassen, dann 20 Sekunden pürieren und in eine Quetschflasche umfüllen.
- Teig ausbreiten, mit Olivenöl beträufeln.
- Parmesan verteilen, dann Fior di Latte.
- Ricotta in kleinen Nocken darauf tupfen, Marillenspalten dazwischen verteilen.
- Bauchspeck auflegen und die Pizza backen.
- Nach dem Backen die Marillenreduktion in Linien über die Pizza ziehen.
- Gehackte Pistazien verteilen und mit Balsamico di Modena abschließen.
