Diese Frage kommt immer wieder.
In Kommentaren, in Nachrichten, in Workshops:
Braucht man eigentlich immer Pizzamehl?
Die kurze Antwort:
👉 Nein.
Die ehrliche Antwort ist etwas länger – und genau darum geht es in diesem Artikel.
Möglich ist nicht immer sinnvoll
Ja, man kann mit fast jedem Mehl Pizza machen.
Ich habe das selbst ausprobiert – sogar mit ganz normalem Supermarkt-Mehl.
Kurze Teigführung, einfache Bedingungen, wenig Schnickschnack.
Und ja: Das Ergebnis war teilweise überraschend gut.
👉 Wer es nachlesen möchte, hier habe ich diesen Test dokumentiert:
Aber genau hier beginnt die wichtigere Frage:
Nur weil etwas möglich ist – sollte man es deshalb so machen?
Vor allem am Anfang?
Pizza ist eigentlich einfach

Pizza ist eigentlich einfach.
Schwierig wird sie erst dann, wenn wir zu viel auf einmal wollen.
- Zu viele Anpassungen.
- Zu viele Vergleiche.
- Zu viele Experimente gleichzeitig.
Statt Schritt für Schritt ein Gefühl für Teig, Timing und Hitze zu entwickeln,
versuchen wir alles auf einmal zu verändern oder zu optimieren.
Und genau dadurch verliert Pizza oft ihre Einfachheit.
Warum Pizza oft unnötig kompliziert wird
Viele Probleme entstehen nicht durch einen einzelnen großen Fehler,
sondern durch die Kombination vieler kleiner Dinge:
- hohe Hydration ohne Erfahrung
- ständig wechselnde Mehle
- jedes Mal ein anderes Rezept
- Social-Media-Vergleiche statt eigener Routine
Das führt selten zu besserer Pizza.
Meist führt es zu Frust.
Und Frust ist der Punkt, an dem viele wieder aufhören.
Warum Konstanz so wichtig ist

In diesem Zusammenhang habe ich auch mit einer privaten Mühle gesprochen.
Dort wurde mir etwas sehr Klareres bestätigt:
Bäckereien brauchen konstante Mehlqualität.
Der Grund ist einfach:
Rezepte müssen jeden Tag gleich funktionieren.
Schwankungen kosten Zeit, Geld und Qualität.
Und genau das gilt im Kleinen auch zu Hause.
Egal ob:
- italienisches Pizzamehl
- oder hochwertiges Bäckermehl direkt aus der Mühle
👉 Konstanz macht Lernen einfacher.
Ein kurzer Blick auf die Realität
Lebensmittel wie Mehl werden in der EU mit Durchschnittswerten deklariert.
Das ist rechtlich korrekt und völlig normal.
In der Praxis bedeutet das aber auch:
- Protein
- Feuchtigkeit
- Zusammensetzung
können von Packung zu Packung leicht variieren.
Erfahrene Pizzaiolo gleichen das aus.
Anfänger merken davon oft nur eines:
👉 Der Teig fühlt sich plötzlich anders an.
Und genau hier hilft es,
mit möglichst konstanten Grundlagen zu arbeiten.
Ist Pizzamehl ein „Spezialmehl“?

Nein.
Pizzamehl ist kein Zaubermehl
und kein Marketing-Trick.
Es ist einfach ein Mehl, das:
- für Pizza entwickelt wurde
- gleichmäßiger geführt wird
- berechenbarer im Handling ist
Das macht es nicht „besser“ im moralischen Sinn, sondern einfacher – besonders am Anfang.
Das Gleiche gilt übrigens auch für gutes Bäckermehl direkt aus der Mühle.
Weniger ist mehr – gerade am Anfang
Pizza lebt nicht davon, alles auszureizen.
Sie lebt davon, wenige Dinge sauber zu machen.
Ein einfacher Teig.
Klare Abläufe.
Wiederholbare Ergebnisse.
Das sorgt für:
- Sicherheit
- Erfolgserlebnisse
- Motivation
Und Motivation ist am Anfang wichtiger als Perfektion.
Für wen welches Mehl Sinn macht
Anfänger
- profitieren von konstantem Mehl
- weniger Frust
- schnelleres Lernen
Fortgeschrittene
- können variieren
- verstehen Zusammenhänge besser
- experimentieren gezielter
Erfahrene
- gleichen Schwankungen aus
- arbeiten mit fast jedem Mehl
- wissen, warum etwas funktioniert
Keines davon ist besser oder schlechter.
Es sind einfach unterschiedliche Phasen.
Mein Fazit
Ja, man kann mit jedem Mehl Pizza machen.
Ja, auch Supermarkt-Mehl kann funktionieren.
Aber:
👉 Man muss es sich nicht unnötig schwer machen.
Pizza ist eigentlich einfach.
Sie wird nur dann kompliziert,
wenn wir zu viel auf einmal wollen.
Wenn du beginnst:
- halte die Zutaten überschaubar
- arbeite mit möglichst konstanten Grundlagen
- gib dir Zeit
Der Rest kommt von selbst.
👉 Red ma ehrlich über Pizza.







