Nach dem Pizza-Abend mit dem 8-Stunden-Pizzateig liegen noch zwei Teiglinge im Kühlschrank. Wegwerfen wäre schade, aber eine zweite Pizza ist zu viel. Genau daraus werden heute vier luftige Mini-Ciabatta.

Ciabatta selber machen: Zwei Pizzateiglinge werden zu vier Mini-Ciabatta
Du brauchst dafür keinen neuen Teig, keine Vorteig-Zeremonie und keine Extra-Zutaten. Nur die zwei übrig gebliebenen Pizzateiglinge à ca. 280 g und etwas Semola (Hartweizengrieß) zum Wenden.
Der Teig hat nach der Stückgare schon alles, was ein gutes Mini-Ciabatta braucht. Das Glutennetz, also die Eiweißstruktur im Teig, die die Gärgase festhält, ist längst entwickelt. Kommen deine Teiglinge sogar aus einer längeren Kaltgare, steckt davon noch mehr drin. Gehst du jetzt schonend mit dem Teig um, bleibt genug davon übrig für eine offene, luftige Krume: viele kleine und große Luftlöcher statt kompaktem Brot.
Mini-Ciabatta aus Pizzateig: Die Vorbereitung in 6 Schritten
So gehst du vor:
- Die Teiglinge mit etwas Semola bestreuen und vorsichtig von der Unterlage lösen. Mit einer Teigkarte geht das am schonendsten, ohne den Teig zu quetschen.
- Jeden Teigling mit der Teigkarte halbieren. Aus zwei Teiglingen werden so vier kleine Stücke. Drück dabei so wenig wie möglich auf den Teig.
- Die vier Teile auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, mit einem leicht feuchten Tuch abdecken und ca. 30 Minuten ruhen lassen.
- Backrohr auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Mini-Ciabatta 18 bis 20 Minuten backen, bis sie aufgegangen und goldbraun sind.
- Auf einem Gitter auskühlen lassen, damit die Unterseite knusprig bleibt.
Die Ruhezeit von 30 Minuten ist kein Schnickschnack. Der Teig entspannt sich, die Gärgase verteilen sich neu. Genau dadurch bekommt das Mini-Ciabatta später seine luftige Struktur.

Brötchen aus Pizzateig: Die häufigste Falle ist zu viel Druck
Ich hab das selbst schon erlebt: Man will den Restteig schnell verarbeitet haben, drückt ihn platt, knetet ihn nochmal durch, weil er irgendwie unregelmäßig aussieht. Das Ergebnis? Mini-Ciabatta, dicht wie ein Bierfilz. In meinen Workshops passiert das den meisten beim ersten Versuch – der Reflex, den Teig nochmal ordentlich durchzuarbeiten, ist naheliegend, wenn man klassisches Brotbacken gewohnt ist. Bei Restteig ist es aber genau der falsche Handgriff.
Der Grund: Die Luft, die der Teig während der Gare gesammelt hat, wird durch zu festes Drücken oder Nachkneten einfach herausgepresst. Ohne diese Luft gibt’s keine offene Krume, nur kompaktes Brot. Deshalb gilt beim Verarbeiten von Pizzateig-Resten: je weniger Druck, desto besser.
Die häufigste Falle: Du drückst den Teig beim Teilen oder Formen zu fest. Dadurch entweichen die Gärgase, und das Mini-Ciabatta wird platt und dicht. Behandle den Teig wie etwas, das du nicht zerdrücken willst.
Schonender Umgang mit dem Teig macht die luftige Krume. Nicht kneten, nicht fest drücken. Nur mit Semola bestreuen, vorsichtig teilen und direkt aufs Blech setzen.
Backen und Auskühlen: So bleibt die Kruste knusprig
Beim Backen zählt die Temperatur. 220 °C Ober-/Unterhitze bringt die kleinen Brötchen schnell zum Aufgehen und außen goldbraun. Die Backzeit von 18 bis 20 Minuten ist ein Richtwert, klopf am Ende leicht auf die Unterseite: Klingt sie hohl, sind sie fertig.

Aufs Gitter kommen die Mini-Ciabatta nicht zum Spaß. Direkt auf einem Teller oder Blech staut sich die Feuchtigkeit unter der Kruste, und sie wird weich. Auf dem Gitter kann der Dampf entweichen, die Unterseite bleibt knusprig.
Der Teig aus der Pizzateig-Resteverwertung ist schon fertig entwickelt, du musst ihm nur noch die Zeit zum Backen geben.
Wenn dir nach etwas Knusprigem statt luftigem Brot ist: Aus dem gleichen Restteig werden auch knusprige Grissini.
Ich mag dieses Rezept, weil es aus Resten etwas Eigenes macht, ohne Aufwand. Was machst du eigentlich mit übrig gebliebenem Pizzateig? Schreib’s mir in die Kommentare drüben in der PizzaLiebhaber Österreich-Gruppe.

Mini-Ciabatta aus Pizzateig-Resten
Ingredients
Für die Mini-Ciabatta
- 2 Stück übrig gebliebene Pizzateiglinge à ca. 280 g
- Semola zum Wenden
Instructions
- Teiglinge mit Semola bestreuen und mit einer Teigkarte vorsichtig von der Unterlage lösen, nicht nachkneten.
- Jeden Teigling mit der Teigkarte halbieren, so werden aus 2 Teiglingen 4 kleine Stücke. Möglichst wenig Luft herausdrücken.
- Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, mit einem leicht feuchten Tuch abdecken und 30 Minuten ruhen lassen.
- Backrohr auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- 18-20 Minuten backen, bis aufgegangen und goldbraun.
- Auf einem Gitter auskühlen lassen, damit die Unterseite knusprig bleibt.
