Da liegt er noch. Der letzte Rest Pizzateig, den du vorhin nicht mehr zu einer Kugel geformt hast. Wegwerfen wäre schade, eine weitere Pizza wäre zu viel. Genau für diesen Moment gibt’s eine Lösung, die in 20 Minuten fertig ist und nach mehr schmeckt als nach Resteverwertung.

🥖 Grissini selber machen aus Pizzateig-Resten
Grissini sind diese dünnen, knusprigen Brotstangen aus Italien, die dort zu fast jedem Antipasti-Teller gereicht werden. Normalerweise setzt man dafür einen eigenen Teig an, mit Germ, Gehzeit und allem Drumherum. Das brauchst du hier nicht. Dein Pizzateig hat bereits alles, was gute Grissini brauchen: die richtige Struktur, Feuchtigkeit und Geschmack. Du musst ihn nur dünn ausrollen, schneiden und backen.
Der große Vorteil: kein zusätzlicher Teig, keine Wartezeit, kein neues Rezept. Was nach dem Pizzabacken übrig bleibt, wird direkt weiterverarbeitet. Falls das der Rest von deinem Original-Neapolitaner-Teig ist: gutes Zeichen, der eignet sich super dafür. Und falls bei dir öfter mehr Teig übrig bleibt als geplant, lohnt sich ein Blick auf meinen Artikel Wie viel Teig für eine Pizza? – dann passt die Menge beim nächsten Mal schon besser.
- Übrig gebliebenen Pizzateig
- Etwas Mehl oder Semola für die Arbeitsfläche
- Olivenöl zum Bestreichen
- Nach Geschmack: Sesam, geriebenen Parmesan, Salzflocken oder Chili
So machst du knusprige Grissini aus Pizzateig
Heiz zuerst das Backrohr auf 220°C Ober-/Unterhitze vor und beleg ein Blech mit Backpapier. Während das Rohr hochheizt, hast du genug Zeit für den Teig.
Streu etwas Mehl oder Semola auf deine Arbeitsfläche. Nimm den Pizzateig und roll ihn mit einem Nudelholz aus – dafür eignet sich zum Beispiel der Witt Pizzateig-Rollstab oder das Gi.Metal Edelstahl-Nudelholz. Roll so dünn aus, wie du kannst – deutlich dünner als beim Pizzaboden. Je gleichmäßiger, desto besser – dazu gleich mehr. Die Form ist egal, ein grobes Rechteck funktioniert am besten.

Leg den ausgerollten Teig auf das vorbereitete Blech. Jetzt nimmst du einen Pizzaschneider und schneidest schmale Streifen, etwa 1,5 bis 2 Zentimeter breit. Zieh die Streifen vorsichtig auseinander, damit zwischen ihnen etwas Abstand entsteht – so backen sie von allen Seiten knusprig statt aneinander zu kleben.

Bestreich die Streifen mit Olivenöl. Das geht am einfachsten mit einem Backpinsel, zur Not tun’s auch die Finger. Das Öl sorgt für die goldbraune Farbe und dafür, dass die Oberfläche schön knusprig wird. Jetzt kommt das Topping drauf: Sesam, geriebener Parmesan, Salzflocken oder Chili, ganz nach Geschmack. Wer’s pur mag, lässt die Grissini einfach nur mit Öl und etwas Salz.
Ab ins Rohr. Nach etwa 17 Minuten schaust du das erste Mal nach – die genaue Backzeit hängt von der Dicke deiner Streifen und deinem Backrohr ab. Fertig sind sie, wenn sie goldbraun sind und sich am Blech schon leicht anheben lassen. Dann rausnehmen und auskühlen lassen. Beim Auskühlen werden sie noch knuspriger. Und falls mal was übrig bleibt: luftdicht aufbewahrt sind sie auch am nächsten Tag noch schön knusprig.
Der Teig wird nicht gleichmäßig dünn ausgerollt. An dünnen Stellen werden die Stangen zu dunkel, fast verbrannt. An dickeren Stellen bleiben sie zäh und weich statt knusprig. Nimm dir beim Ausrollen die Zeit, den Teig wirklich gleichmäßig und so dünn wie möglich auszurollen – dünner ist hier immer besser als beim Pizzaboden. Schau von der Seite auf den Teig, nicht nur von oben – so erkennst du Unebenheiten besser.
Was oben drauf kommt
Meine Standard-Kombi ist Olivenöl, Salzflocken und ein bisschen Chili. Parmesan wird beim Backen leicht kross und gibt den Grissini eine würzige Note, die gut zu einem Glas Wein passt. Sesam macht sie nussiger. Probier beim ersten Mal zwei, drei Varianten auf einem Blech aus, dann weißt du, was dir taugt.
Magst du es lieber luftig statt knusprig: aus demselben Restteig werden auch Mini-Ciabatta richtig gut – die Krume wird schön luftig, wenn du den Teig schonend behandelst.
Nichts extra planen, das ist der Punkt: der Teig ist da, das Rohr ist noch warm vom Pizzabacken, und in 20 Minuten stehen knusprige Stangen am Tisch. Welche Topping-Kombo kommt bei dir auf die Grissini? Verrat’s der Community in der Facebook-Gruppe PizzaLiebhaber Österreich – ich bin immer auf der Suche nach neuen Ideen für’s nächste Mal.

Grissini aus Pizzateig
Ingredients
Für die Grissini
- Übrig gebliebener Pizzateig
- Mehl oder Semola für die Arbeitsfläche
- Olivenöl zum Bestreichen
- Sesam, geriebener Parmesan, Salzflocken oder Chili nach Geschmack
Instructions
- Backrohr auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen, Blech mit Backpapier belegen.
- Pizzateig auf bemehlter Arbeitsfläche mit einem Nudelholz so dünn wie möglich ausrollen – deutlich dünner als für einen Pizzaboden.
- Mit einem Pizzaschneider in 1,5–2 cm breite Streifen schneiden und vorsichtig auseinanderziehen, damit Abstand zwischen den Streifen bleibt.
- Streifen mit Olivenöl bestreichen und nach Geschmack mit Sesam, Parmesan, Salzflocken oder Chili bestreuen.
- Ab etwa 17 Minuten goldbraun backen, bis sich die Grissini leicht vom Blech heben lassen. Auskühlen lassen – dabei werden sie noch knuspriger und bleiben auch am nächsten Tag noch schön knusprig.
