Mise en Place Pizza backen - Ein Tisch voller Zutaten bereit zum Pizza backen

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24.02.2026
Pizza Klausi

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Mise en Place: Wie du mit der richtigen Vorbereitung entspannt Pizza backen kannst

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Es war einer dieser Abende. Sechs Freunde im Garten, der Ofen auf 450 Grad, die erste Pizza perfekt gelungen. Applaus, strahlende Gesichter. Ich fühl mich wie ein Held.

Dann die zweite Pizza. Teig ausgebreitet, Sauce drauf – und ich greif ins Leere. Der Fior di Latte liegt noch original verpackt im Kühlschrank. Nicht vorbereitet, nicht abgetropft. Nix (nichts).

Was folgt, kennst du vielleicht: Hektisches Aufreißen der Packung, Käse der viel zu nass ist, eine Pizza die im Ofen verbrennt während ich wie wild den Mozzarella zerpflücke. Aus dem Pizza-Held wurde der Pizza-Depp. An einem einzigen Abend.

Das war der Moment, wo ich begriffen hab: Es geht nicht um den Ofen. Nicht um den Teig. Nicht um das perfekte Rezept. Es geht um die Vorbereitung davor.


Pizza Vorbereiten, Mise en Place beim Pizza backen - Ein Tisch voller Zutaten

Was bedeutet Mise en Place beim Pizza backen?

In der Profiküche gibt’s ein Prinzip, das heilig ist: Mise en Place. Französisch für „an seinen Platz stellen“. Bevor ein Koch auch nur einen Handgriff macht, ist alles vorbereitet. Alles steht bereit. Alles hat seinen Platz.

Ich hab das lange für übertrieben gehalten. Typisch Gastro-Getue, dachte ich. Bis zu diesem Abend im Garten.

Seitdem ist Mise en Place mein Mantra. Und weißt du was? Pizza backen macht seither so viel mehr Spaß. Kein Stress, kein Suchen, kein Fluchen. Nur ich, der Teig und der Ofen.



Warum gute Pizza Vorbereitung über Erfolg oder Misserfolg entscheidet

Stell dir vor: Du kochst ein Gulasch. Zwiebel vergessen? Kein Problem – holst du schnell aus dem Keller. Paprikapulver fehlt? Die Sauce köchelt eh noch zwei Stunden, da ist Zeit.

Bei Pizza funktioniert das nicht.

Eine neapolitanische Pizza backt in 60-90 Sekunden. Neunzig Sekunden! Das ist kürzer als diesen Absatz zu lesen. In dieser Zeit musst du schon die nächste Pizza belegen, die im Ofen drehen und aufpassen, dass nix (nichts) verbrennt.

Da ist keine Zeit, um Schwammerl (Pilze) zu schneiden. Keine Zeit, um den Parmesan zu suchen. Keine Zeit, um den Fior di Latte aus der Packung zu holen.

Entweder ist alles bereit – oder es wird stressig.

Ich hab beides erlebt. Oft genug. Und glaub mir: Entspannt Pizza backen ist tausendmal schöner als hektisch durch die Küche zu rennen.


neapolitanische Pizza backen im Pizzaofen

Pizza Zutaten richtig vorbereiten: So machst du’s wie die Profis

Nach hunderten Pizzen – und einigen denkwürdigen Fails – hab ich mein System gefunden. Das teil ich jetzt mit dir.

Teigballen: Die unterschätzte Vorlaufzeit

Früher hab ich die Teigballen direkt aus dem Kühlschrank geholt und mich gewundert, warum der Teig reißt und sich nicht ausformen lässt. Rookie-Fehler.

2-4 Stunden vor dem Backen kommen die Ballen raus. Sie sollen Raumtemperatur haben, weich und geschmeidig sein. Dann flutscht das Ausformen wie von selbst.

Tomatensauce: Zerdrücken statt pürieren

Für die Sauce nehm ich San Marzano Tomaten und zerdrück sie mit der Hand oder einer Gabel. Nicht pürieren! Die leicht stückige Textur macht den Unterschied.

Wenn nur Salz reinkommt, kannst du die Sauce direkt vor dem Backen machen. Aber wenn du Basilikum, Knoblauch oder Oregano dazugibst, lohnt sich das Vorbereiten am Vortag. Über Nacht verteilen sich die Aromen viel besser und die Sauce schmeckt runder.

Der Käse-Moment: So bereitest du Fior di Latte richtig vor

Hier passieren die meisten Fehler. Meiner inklusive.

Für den Fior di Latte hast du zwei Möglichkeiten: Mit der Hand zerreißen für rustikale, unregelmäßige Stücke. Oder mit einer Spachtel in Julienne abstechen – das gibt feine Streifen, die gleichmäßiger schmelzen.

Beide Varianten funktionieren super. Aber das Wichtigste kommt jetzt:

Fior di Latte in Lake muss am Vortag im Kühlschrank abtropfen! Einfach in ein Sieb über einer Schüssel legen und über Nacht stehen lassen. Wenn du das erst kurz vor dem Backen machst, hast du eine Wasserlacke (Pfütze) statt einer knusprigen Pizza.

Bei trockeneren Varianten ohne Lake reichen 15-20 Minuten Abtropfzeit.

Gemüse und Toppings: Alles in Reichweite

Mein Arbeitsplatz sieht vor dem Pizza-Abend aus wie eine kleine Mise en Place-Station:

  • Zwiebeln – schon in feine Ringe geschnitten
  • Paprika – in Streifen, bereit zum Belegen
  • Schwammerl (Pilze) – in dünne Scheiben
  • Rucola – gewaschen, trocken, in einer Schüssel
  • Prosciutto – portioniert, damit ich nicht ewig an der Packung fummel

Alles steht in einer Reihe. Alles in Griffweite. Kein einziger Schritt zum Kühlschrank nötig.


Die häufigsten Fehler beim Pizza Zutaten vorbereiten

Ich hab sie alle gemacht. Jeden einzelnen. Damit du nicht dieselben Lektionen auf die harte Tour lernen musst, hier meine persönliche Hall of Shame:

❌ Der Fior di Latte-Klassiker

Schon erzählt. Käse noch in der Packung, während die Pizza auf der Schaufel wartet. Oder noch schlimmer: Fior di Latte in Lake, der keine Zeit zum Abtropfen hatte. Das Ergebnis war… schwimmend.

❌ Die Parmesan-Panik

Mitten im Flow, drei Pizzen in der Pipeline, und dann: „Wo ist der Parmesan?“ Im Kühlschrank. Noch am Stück. Ungerieben. In dem Moment, wo du anfängst zu reiben, verbrennt garantiert was im Ofen.

❌ Das Saucen-Desaster

„Wird schon reichen“ – berühmte letzte Worte. Bei der achten Pizza war die Sauce aus. Der Supermarkt hatte schon zu. Die letzten zwei Pizzen wurden… kreativ.

❌ Der Semola-Supergau

Semola Rimacinata (Hartweizen doppelt gemahlen) ist das, was zwischen deinem Teig und einer Katastrophe steht. Ohne Semola pickt (klebt) der Teig an der Arbeitsfläche fest. An der Schaufel. An allem.

Ich hab einmal eine perfekt belegte Pizza nicht von der Schaufel bekommen. Sie ist zusammengefaltet in den Ofen gerutscht. Ein trauriger Anblick. Semola steht jetzt immer griffbereit.


Meine Checkliste für den perfekten Pizza Abend

Nach all den Fails hab ich mir eine Liste gemacht. Die häng ich mir vor jedem Pizza-Abend auf. Klingt übertrieben? Vielleicht. Aber seit ich das mache, läuft alles smooth.

  • [ ] Teigballen bei Raumtemperatur (2-4 Stunden vorher raus!)
  • [ ] Tomatensauce fertig (bei Kräutern am Vortag vorbereiten)
  • [ ] Fior di Latte zerissen oder in Julienne – und gut abgetropft (Lake-Variante am Vortag!)
  • [ ] Parmesan/Pecorino frisch gerieben
  • [ ] Alle Toppings geschnitten und portioniert
  • [ ] Olivenöl in der Gießflasche
  • [ ] Basilikum gezupft
  • [ ] Semola Rimacinata (Hartweizen doppelt gemahlen) zum Ausformen bereit
  • [ ] Pizzaschaufel sauber und griffbereit
  • [ ] Ofen auf Temperatur (mindestens 30 Minuten vorheizen!)

Wenn alle Haken gesetzt sind, kann der Abend beginnen. Und dann ist Pizza backen genau das, was es sein soll: Entspannt. Gesellig. Ein Fest.


Was braucht bei dir die meiste Vorbereitung?

Jetzt bin ich neugierig. Was ist dein Mise en Place-Nemesis? Der Fior di Latte wie bei mir? Die Sauce? Oder was ganz anderes?

Was vergisst du beim Pizza backen immer wieder?

Schreib mir in die Kommentare – ich freu mich auf deine Geschichten. Und keine Sorge: Wir haben alle unsere Pizza-Fails erlebt. Das gehört dazu.


Fazit: Entspannt Pizza backen dank guter Vorbereitung

Der beste Pizzaofen hilft nix (nichts), wenn der Käse noch im Kühlschrank liegt. Das perfekte Rezept bringt nix, wenn du mitten im Backen nach der Sauce suchst.

Das Geheimnis entspannter Pizza-Abende liegt in der Vorbereitung.

Seit ich das verstanden hab, macht Pizza backen so viel mehr Freude. Ich kann mich auf meine Gäste konzentrieren. Auf das Belegen. Auf den perfekten Moment, wenn die Pizza aus dem Ofen kommt.

Und genau das wünsch ich dir auch: Belegen. Backen. Genießen. Ganz ohne Stress.

Pizza-lige Grüße, Klausi


Diesen Beitrag gibt’s auch als Video in unserer Serie „Red ma über Pizza“ – schau vorbei auf unserem YouTube-Kanal!


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